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Der Eisenbahn- und Dampfschifffahrtspionier

Auf seinen Reisen in England hatte Friedrich Harkort seinerzeit auch die ersten Eisenbahnen kennengelernt. Er erkannte sogleich, welche großen Vorteile dieses moderne Transportmittel vor allem auch für das Land an der Ruhr bot. Um die Aufmerksamkeit auf den Eisenbahnbau zu lenken, veröffentlichte Friedrich Harkort 1825 in der Zeitschrift “Hermann” einen ersten Bericht, in dem er die wirtschaftlichen Notwendigkeiten und Möglichkeiten des Baus von Eisenbahnen in Deutschland darstellte. 1826 stellte er im Garten der Museumsgesellschaft in Elberfeld das Modell einer von ihm entworfenen und von Pferden gezogenen Schienenbahn auf. Drei Jahre später erfolgte dann auf seine Anregung hin die Inbetriebnahme der ersten im Bergbau ange legten größeren Schmalspurkohlenbahn; sie verkehrte zwischen Steele und Nierenhoff. 1833, also noch zwei Jahre vor Eröffnung der ersten Eisenbahnstrecke in Deutschland (Nürnberg/Fürth), erschien Friedrich Harkorts große Werbeschrift für den Eisenbahnbau “Die Eisenbahn von Minden nach Köln”. Darin lieferte er unter anderem auch fertige Entwürfe für den Bau einer Eisenbahnlinie von Elberfeld über Hagen nach Dortmund. Doch erst 1844-1848 wurde nach diesen von Harkort entwickelten Plänen die Bergisch-Märkische Eisenbahn gebaut. Das Eisenbahnwesen in Deutschland verdankt somit seine Entstehung und Entwicklung wesentlich auch der frühen Informations und Werbetätigkeit Friedrich Harkorts für dieses moderne und zukunftsträchtige Massentrans- portmittel.

Zur Verbesserung der Transportverhältnisse, auf der Ruhr und anderen deutschen Flüssen beschäftigte sich Friedrich Harkort auch mit der Einführung der Dampfschifffahrt nach englischem Vorbild. Wenn schon die Verwirklichung seiner Eisenbahnpläne nicht in Angriff genommen wurde, so wollte er doch wenigstens das Transportproblem auf dem Wasser lösen. Bisher dienten hier als Transportmittel Segelschiffe bzw. von Pferdevorspannen entlang den Treidelpfaden am Ufer gezogene Lastkähne. Von einer Duisburger Werft ließ Friedrich Harkort ein kleines, flaches Dampfschiff bauen. Die Schiffsmaschinen wurden in seinen eigenen mechanischen Werkstätten hergestellt. Am 24.01.1836 startete Friedrich Harkort zu einer ersten Dampfschiffahrt auf deutschen Gewässern. Sie führte von Duisburg den Rhein hinab, über die Nordsee und die Weser hinauf bis nach Minden.

Doch auch diese von ihm besonders geschätzten Dampfschiffahrts- und Schiffbauprojekte mußte Friedrich Harkort bald wieder auf Grund von fehlenden Finanzierungsmöglichkeiten ebenfalls aufgeben. Aber auch hier hat er Impulse für zukünftige Entwicklungen gegeben.