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Begründer der märkischen Eisenindustrie

 

Nach seiner Rückkehr aus dem Freiheitskrieg informierte sich der schon immer an technischen Fragen interessierte Friedrich Harkort anhand von einschlägigen Zeitschriften und Büchern aus England über den Stand der dortigen Mechanisierung und Industrialisierung. Es gelang ihm auch, den Elberfelder Kaufmann Heinrich Kamp davon zu überzeugen, daß er (Friedrich Harkort) der richtige Geschäftspartner für ihn sei. Gemeinsam gründeten sie, wobei Kamp die Finanzierung übernahm, auf dem zu diesem Zweck von ihnen am 28.10.1818 vom preußischen Fiskus angekauften Gelände der ehemaligen Burg in Wetter die “Mechanische Werkstätte Harkort & Co.”. Die Praktische Leitung des Unternehmens übernahm Friedrich Harkort.

Da es sich als sehr schwierig herausstellte, geeignete Arbeiter für den Betrieb zu bekommen, die auch bereit waren, sich in die neue Materie einzuarbeiten, holte sich Friedrich Harkort Arbeiter mit entsprechenden Fachkenntnissen aus England. Diese mußte er sich jedoch, wie er selbst erklärte, vielfach sozusagen “vom Galgen herunterschneiden”. Aus diesem Grund gab es in seinem Werk häufig durch persönliche Konflikte hervorgerufene Probleme. Andererseits bestätigten Zeitgenossen aber sehr bald, daß die in Wetter produzierten Maschinen mit den englischen durchaus konkurrieren konnten. Eine Besonderheit Friedrich Harkorts war auch, daß er jedermann, sogar seinen Konkurrenten, uneingeschränkt Zutritt zu seinem Betrieb gestattete. So entstanden dann nach dem von Harkort in Wetter geschaffenen Vorbild immer mehr neue Eisengießereien, Puddel- und Walzwerke, Maschinen- und Dampfkesselfabriken. “Fritz Harkort macht uns das Bett, und wir legen uns hinein”, sagte sein Freund Eduard Schmidt aus Nachrodt einmal über dieses Vorgehen Friedrich Harkorts. Der aber meinte dazu: “Mich hat die Natur zum Anregen geschaffen. Das Ausbeuten muß ich anderen überlassen”.

Weil die Bilanzen der “Mechanischen Werkstätte” jedoch zunehmend Verluste aufwiesen, schied Friedrich Harkort 1834 aus dem Betrieb aus. Mit Kapital, das er sich von seinen Brüdern und Freunden geliehen hatte, eröffnete er kurze Zeit später ein neues, wenn auch kleineres Unternehmen in Wetter sowie in (Dortmund-)Hombruch. Dies war der Anfang einer Vielzahl von Betriebsgründungen Friedrich Harkorts in den folgenden Jahren, die jedoch alle nach kürzerer oder längerer Zeit als wirtschaftliche Mißerfolge endeten. Friedrich Harkort war zwar ein genialer Erfinder und Betriebsorganisator, aber offensichtlich kein besonders guter Geschäftsmann. Vielleicht war auch die Tatsache, daß er sich stets mit neuen sowie mit vielen Projekten gleichzeitig beschäftigte und sich deshalb nicht in dem wünschenswerten oder notwendigem Ausmaß seinen betrieblichen Unternehmungen widmen konnte, ein nicht unwesentlicher Grund für deren baldiges wirtschaftliches Scheitern.