Direkt zum Inhalt...

Der Staatsmann

Sein erstes politisches Amt übernahm Friedrich Harkort im Alter von 30 Jahren, als er 1823 Beigeordneter der Gemeinde Wetter wurde. Damals, und zwar bis 1851, war dieser Ort verwaltungsmäßig mit der Nachbarstadt Herdecke verbunden. Dieses Amt des Beigeordneten, das praktisch der Stellung eines Bürgermeisters gleichkam, hat Friedrich Harkort bis zu seinem Umzug von Wetter nach Hombruch im Jahre 1839 innegehabt.

1826 bewarb sich dann Harkort um ein Mandat für den damals neu eingerichteten Westfälischen Provinziallandtag in Münster. Doch scheiterte sein erster Versuch, in die “große” Politik einzusteigen, seinerzeit an dem formalen Hindernis, daß er noch keine zehn Jahre zu den Steuerzahlern zählte. Erst vier Jahre später gelang es ihm, als Abgeordneter für die Landgemeinden des Kreises Hagen in den Westfälischen Landtag einzuziehen. Bereits damals widmete Friedrich Harkort seine besondere Aufmerksamkeit dem bisher unerfüllten Versprechen des preußischen Königs von 1815, eine konstitutionelle Verfassung zu gewähren. Dieser Sachbereich wurde dann eines der Hauptthemen von Friedrich Harkorts gesamter Laufbahn als Parlamentarier. 1848 wurde er auch zum Mitglied der preußischen Natinalversammlung gewählt. Doch hat Friedrich Harkort die radikalen Entwicktungen abgelehnt und sich offen und entschieden auf die Seite des Königs gestellt. Im Auftrag des märkischen Bürgertums überreichte er zum Beispiel auch eine Ergebenheitsadresse an den preußischen König. Außerdem veröffentlichte er angesichts der revolutionären Ereignisse von 1848 eine Reihe von sogenannten “Arbeiterbriefen”, in denen er entschieden gegen den Radikalismus der Arbeiter Stellung bezog.

Als Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses (bis 1867) war Friedrich Harkort einer der Mitbegründer des linken Zentrums; später schloß er sich der Fortschrittspartei an. Von 1867 – 1871 gehörte Friedrich Harkort dem Norddeutschen Reichstag und von 1871 – 1873 auch dem Deutschen Reichstag an.

Wiederholt hat sich Friedrich Harkort wegen seiner schriftlichen und mündlichen politischen Äußerungen den Zorn der Obrigkeit zugezogen und sich auch vor Gericht verantworten müssen. Doch ließ er sich dadurch nicht in seiner politischen Haltung beirren.