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Streitschlichtung

Konfliktlösung im Schulalltag
Konflikte zwischen Schülern gibt es tagtäglich. Es wird geschubst, gerempelt, Sachen von anderen werden beschädigt, es wird gelästert und ausgegrenzt, um nur einige Beispiele zu nennen. Aus Zeitnot werden viele dieser Konflikte zwischen „ Tür und Angel" geregelt. Selten werden befriedigende Lösungen gefunden. Oft wird eine Art „Waffenstillstand" oder nur eine Verlagerung des Konflikts erreicht (z.B. nach der Schule oder andere Personen werden in den Konflikt mit hineingezogen). Häufiger gibt es aber auch Bestrafungen des vermeintlich „Schuldigen". Der Vorfall ist zwar zunächst geregelt, da aber der Konfliktherd nicht beseitigt wurde, kann der Streit bei der nächsten Gelegenheit wieder aufflackern. Ein Weg, bessere Konfliktreglungen zu erreichen, ist die Streitschlichtung durch Schülerinnen und Schüler.

Wo erreiche ich die Streitschlichtung?
Um eine positive und ungestörte Atmosphäre während der Streitschlichtung zu schaffen, haben wir den Raum 32 ausschließlich für die Streitschlichtung zur Verfügung gestellt bekommen und neu gestaltet.

Sprechzeiten unseres Streitschlichtungsteams
Wir sind in den ersten beiden großen Pausen, von Montag bis Freitag, immer im Streitschlichtungsraum aufzufinden.

Streitschlichtung - Vermittlung in Konfliktfällen durch unparteiische Dritte
Die Idee, dass Schülerinnen und Schüler in Konfliktfällen vermitteln sollen, kommt ursprünglich aus den Vereinigten Staaten, hat sich inzwischen aber auch an deutschen Schulen bewährt. Streitschlichtung kann dazu beitragen, das soziale Klima in der Schule zu verbessern. Streitschlichter vermitteln in Konflikten zwischen Mitschülern mit dem Ziel, eine für beide Seiten akzeptable Konfliktlösung zu finden. Beide Streitparteien erhalten die Möglichkeit, die Situation aus ihrer Sicht darzustellen. Die Streitschlichter wiederholen, fassen zusammen, fragen nach, vermitteln, ergreifen aber niemals Partei oder fällen ein Urteil. Im Laufe der Vermittlung sollen sich die Streitparteien über ihre Interessen, Gefühle und Bedürfnisse, die mit dem Streit in Verbindung stehen, bewusster werden und nach einer fairen und realistischen Lösung für die Zukunft suchen. Die Lösungsmöglichkeiten, auf die sie sich letztlich einigen, werden in einem Vertrag schriftlich festgehalten. Das Gespräch findet in einem ruhigen Raum statt, der von den Streitschlichtern gestaltet wurde. Das Gespräch wird vertraulich behandelt, d.h. weder die Streitschlichter noch die Konfliktparteien dürfen das, was im Streitschlichterraum besprochen wurde, anderen Personen berichten. Eine Grundannahme der Vermittlung bzw. Streitschlichtung ist, dass die Beteiligten sich eher an Abmachungen halten, die sie selbst ausgearbeitet haben. Schüler, die einen Konflikt mit Hilfe der Streitschlichter untereinander gelöst haben, können sich wieder begegnen. Keiner hat verloren und niemand muss Gelegenheiten suchen, Rache zu nehmen.

Die Streitschlichtungsausbildung
Alle unsere Streitschlichter haben eine einjährige Ausbildung in der AG Streitschlichtung absolviert. Am Ende dieser Ausbildung wird auf dem Gemeinschaftsausflug der Streitschlichtung nach Hagen-Holthausen eine Prüfung durchgeführt, in der noch einmal alle angehenden Streitschlichter getestet werden. Das Hauptziel in der Streitschlichtungsausbildung ist es, den Schülerinnen und Schülern Gesprächstechniken sowie die Fähigkeit zur Gesprächsstrukturierung zu vermitteln, das heißt u.a.:

• Ein Gespräch zu moderieren
• aufmerksam zuzuhören und das Gesagte zusammenfassen zu können
• beide Seiten gleich zu behandeln (unparteiisch zu sein)
• für sprachliche Fairness zu sorgen (Beleidigungen zu unterbinden)
• Methode der Gesprächsvertiefung kennen zu lernen (Konflikterhellung)

Streitschlichterinnen und Streitschlichter lernen wichtige soziale Kompetenzen wie z.B. Toleranz gegenüber Andersdenkenden und einen konstruktiven Umgang mit Konflikten. Unsere Streitschlichtungsausbilder: Frau Stein, Frau Söte und Frau Krüger-Kindler.


Patenschaften in der Jahrgangsstufe 5
Das Patenprojekt der FHS Herdecke möchte den Schülerinnen und Schülern der Eingangsstufe den Einstieg in die ‚neue' Schule erleichtern und dazu beitragen, dass diese neue Situation angstfreier erlebt werden kann. Schüler und Schülerinnen des 10. Jahrgangs kümmern sich deshalb in Gruppen um jeweils eine Patenklasse. Dort zeigen sie den Kindern die neue Schule, schlichten Konflikte, helfen und führen die Kinder in ihren neuen Schulalltag ein und begleiten sie dort auch weiterhin. Da aber nicht alle und jeder Schüler in der 10. Jahrgangsstufe Pate einer 5. Klasse werden kann, wurde beschlossen, dass nur die ausgebildeten Streitschlichter sich in Gruppen zusammenfinden können und eine Patenklasse betreuen dürfen. Das hat in vielen Bereichen seine Vorteile, wenn Konflikte entstehen oder es andere Probleme unter den Schülern gibt. Die Paten dürfen nun ein ganzes Jahr (Klasse 10) ihre Patenklasse betreuen, den Unterricht mit gestalten oder auch Vertretungsstunden geben. Dadurch kann eine besondere Beziehung zwischen den Schülern und Paten entstehen und die Kinder haben stets Ansprechpartner, an die sie sich vertraulich wenden können.

Weitere Informationen und die Steckbriefe der StreitschlichterInnen und PatenInnen finden Sie im Anhang.

Diesen Text auch als PDF: